Das neuste...

Die Internetseite wurde bearbeitet und auf den neuesten Stand gebracht.

 

 

 

 

 

 

Unter den 5 Kirchtürmen des Pfarrsprengels Penkun, die unsere Ärztin Frau Rothe neu entworfen hat, befindet sich auch der Kirchturm von Wollin, der uns auf eine ganz besondere Kirche hinweist. Erwähnt wird sie erstmalig in einer Urkunde von 1261. Danach gehörte die Wolliner Kirche zur St. Petri Kirche in Stettin. Vielleicht erklärt diese uralte Verbindung zur Herzogskirche ihre baulichen Besonderheiten: Der Ostgiebel ist mit 2 Blendnischen und einer Rosette (kreisrunde Öffnung, jetzt zugemauert) verziert. Die Nordseite hatte einen Eingang, durch den die Särge auf dem der Kirche umgebenden Friedhof getragen wurden. Der Haupteingang war früher das Westportal im Turm, das ebenso wie alle Wände der Kirche aus sorgfältig behauenen Granitsteinen mit 3 Bögen gearbeitet worden ist. Der jetzige Zugang in das Kirchenschiff war die frühere Priesterpforte (immer wie die Hochzeitspforte auf der Südseite gelegen). In der Kirche befindet sich zwischen dem Altarraum und dem Langhaus ein für unsere Kirchen seltener Spitzbogen (Triumphbogen), der in früheren Jahrhunderten, wie wir erst jetzt entdecken konnten, eine Triumphkreuzgruppe (Maria und Johannes unter dem Kreuz) getragen hat wie in der Dorfkirche von Gustow (s. Foto). Dass alle unsere mittelalterlichen Kirchen zugleich auch für die Dorfbewohner Zufluchtsorte in Gefahren waren, das können wir in der Wollin er Kirche an den noch vorhandenen Balkenriegellöchern im Turmeingang sehen. 1692 wird für die Kirche ein Turm gebaut. Die älteste Glocke ist 1680 in Stettin gegossen worden und eine zweitgrößere Glocke hängt seit 1982 wieder auf dem Turm. Der besonders wert- volle Schmuck der Kirche ist der barocke Altar von 1692 mit 3 auf Holz bemalten Bildern (Abendmahl, Jesus im Gar ten Gethsemane und seine Grablegung). Aus der Zeit um 1700 stammt die Taufschale aus Messing, die der Kirchengemeinde als Fundstück von der Flucht 1945 aus Friedefeld zugetragen worden ist (vorher hatten Gänse daraus gefressen). 1990/91 ist der Kirchturm völlig erneuert und die gesamte Außen- fläche neu verfugt worden. Daran haben Männer der Kirchengemeinde Wollin-Friedefeld und die ersten Kirchen-ABM-Gruppen mitgearbeitet. Dank einer großzügigen Spende von Gerhard Glasenapp (Berlin) könnte die Kirche 1997 innen ausgemalt weiden. Im Baubericht, der am 19.11.1990 mit Zeitungen und alten und neuen Münzen in die restaurierte und vergoldete Kugel gelegt worden ist, heißt es zum Abschluss:

„Möge das Kreuz über der Weltkugel auf diesem Turm vielen Menschen in Wollin und Friedefeld in dieser Umbruchsituation und allen, die noch geboren werden, ein unübersehbarer Wegweiser sein zum Glauben an die alles überwindende Kraft Gottes, zum Frieden untereinander und mit der Natur und zu einem gegenseitigen Mittragen aller Lasten. Jesus Christus ruft uns und euch, die ihr dieses in die Hände bekommt, zu:

Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker und taufet sie. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende!" Mt.28,20

 

Kirche 1Kirche 3Kirche 8Kirche 5Kirche 4Kirche 6Kirche 7

Bild 1 Wolliner Kirche (30er Jahre) Bild 2 Wolliner Kirche 1927 Bild 3 Ende der 90er Jahre Bild 4 linke Ansicht Bild 5 Rechte Ansicht Bild 6 und 7 Entstand in den 80ern oder 90ern.

Kirche 9Kirche 10Kirche 11Kirche 12Kirche 13